NepalHilfe Tirol: der Weg zurück ins normale Leben führt über Schulen und Arbeitsplätze

Am 25. April 2017 jährt sich das große Erdbebenunglück von Nepal zum zweiten Mal. Während sich die großen Tourismusregionen langsam vom Schock erholen gleichen viele Dörfer am Land noch Geisterstädten. In Bothe Namlang, einem kleinen Dorf nördlich von Kathmandu, dürfen sich 250 Kinder nun freuen – mit Hilfe der NepalHilfe Tirol konnte dort eine neue Schule errichtet werden, die das gesamte Dorf revitalisiert. Ein wichtiger erster Schritt entlang eines „steinigen Wegs zurück ins normale Leben“, meint Obmann Wolfgang Nairz.

Rund 8.600 Menschen kamen beim großen Erdbeben am 25. April 2015 ums Leben, mehr als 22.000 Menschen wurden verletzt, hunderttausende Überlebende standen vor den Trümmern ihrer Existenz. Mit einer umfangreichen Hilfsaktion setzte die Nepalhilfe Tirol rund um Bergsteigerlegende und Obmann Wolfgang Nairz damals sofort alle Hebel in Gang, um vor allem den Menschen am Land zu helfen. In dem nördlich von Kathmandu liegenden Dorf Bothe Namlang wurden bei dem Erdbeben 600 Häuser zerstört. Genau zum zweiten Jahrestag der Katastrophe kann nun endlich die neu errichtete Schule bezogen werden, möglich war dies nur durch die vielen Spenden der TirolerInnen. Umgerechnet rund 170.000 Euro hat das Projekt gekostet, ein Drittel davon musste allein für den Materialtransport ins abgelegene Dorf aufgewendet werden. Denn Straßen wie bei uns gebe es keine, schildert Nairz, der erst zu Ostern von einem Besuch vor Ort zurückkehrte. Für die Einwohner ist die Schule nicht nur eine Bildungseinrichtung, sondern ein Symbolbild für ihre erfolgreiche Zukunft: „Die Schule belebt das gesamte Dorf neu, sie ist das gesellschaftliche Zentrum. Hätten wir sie nicht gebaut, hätten die Einwohner abwandern müssen. Der Dank gilt jedem einzelnen, der uns hier finanziell und tatkräftig unterstützt hat“, erklärt Nairz. Gleichzeitig mit dem Bau der Schule wurden durch das Anlegen einer neuen Kaffeeplantage wertvolle Arbeitsplätze geschaffen. „Die Leute sind sehr optimistisch eingestellt. Sie wollen aber keine Almosen, sie wollen Arbeit“, unterstreicht Nairz die Bedeutung. In einem nächsten Schritt auf dem „steinigen Weg zurück ins Leben“ gilt es, ausgebildete Lehrer für die Schule zu finanzieren, denn die Regierung stellt für die 250 Schüler nur vier Lehrer zur Verfügung. Die Kosten dafür betragen zwischen 2000 und 4000 Euro pro Lehrer und Jahr, man sei also weiterhin auf die Hilfe anderer angewiesen, so Nairz: „Nepal zählt zu den neun ärmsten Ländern der Welt. Bedarf gibt es hier vor allem im medizinischen und sozialen Bereich, vor allem aber fehlt es an Schulen. Die Arbeit der Regierung verläuft nur sehr schleppend und chaotisch. Beliebte Kulturstätten wie die Stupa in Bodnath konnten mit Hilfe von Privatinitiativen innerhalb von eineinhalb Jahren wieder aufgebaut werden, während es bei anderen Denkmälern, die in der Obhut der Regierung liegen, immer noch gleich aussieht wie zwei Tage nach dem Erdbeben.“ Neben der finanziellen und tatkräftigten Unterstützung aus dem Ausland sei es aber vor allem wichtig, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Nairz, der gemeinsam mit weiteren Persönlichkeiten des Himalaya- Tourismus, wie u.a. Reinhold Messner oder auch Peter Hillary, vom nepalesischen Tourismusminister zum „Honorary Tourism Goodwill Ambassador“ nominiert wurde, um den Tourismus wieder anzukurbeln, ruft dazu auf, das Land zu bereisen: „Der Tourismus ist auf 60% zurückgegangen, dabei hat er wirtschaftlich eine enorme Bedeutung. Jeder, der das Land besucht, lernt nicht nur die kulturelle Vielfalt und die wunderbaren Naturschätze des Himalaya kennen, er hilft gleichzeitig mit, Nepals Zukunft zu gestalten.“

Von Tirol nach Nepal

Seit 16 Jahren verfolgt die Nepalhilfe Tirol das Ziel, die medizinische Versorgung und das Sozialwesen Nepals zu fördern. Mit verschiedenen Projekten in Tirol und Nepal unterstützen sie auf unbürokratische Weise die nepalesische Bevölkerung. Die teilweise zerstörte Bung-Clinic im südlichen Solu Khumbu wurde in Zusammenarbeit mit der Sir Edmund Hillary Stiftung Deutschland wieder aufgebaut. Diese kleine „Healthstation“ erlaubt die medizinische Grundversorgung  vor allem älterer Menschen, die nicht stunden-und tagelang zum nächsten Hospital gehen können. Aktuell soll auch das Hillary Hospital in Khunde wieder aufgebaut werden. Neben der Verbesserung der Infrastruktur unterstützt die Nepalhilfe Tirol aber auch mit anderen Initiativen: mit dem „Ofenprojekt- Wärme für Nepal“ etwa wurde der Nepalese Tek Bahadur Shresta in Tirol zum Ofenbauer ausgebildet und kann nun in der gemeinsam mit dem Partner Sonam Sherpa errichteten Werkstatt NAS – Nepal-Austrian Stove Factory in Kathmandu kleine Wärmeerzeuger produzieren. In Zusammenarbeit mit dem AMS Tirol und motivierter Hüttenwirte soll auch heuer wieder das Sherpaprojekt durchgeführt werden, bei dem Nepalesen in Tirol eine Ausbildung in Hüttenbewirtschaftung erhalten.

Jede Hilfe ist willkommen!

Spendenkonto:
Nepalhilfe Tirol
IBAN: AT86 3600 0000 0064 5895
BIC: RZTIAT22

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar! Spendenbegünstigungsbescheid Nr. SO 2550

Quelle: http://pressezone.com/promedia/presse/detail.php?we_objectID=13118

Sherpas sagen auf Wiedersehen in Tirol

Mit Mitte Oktober sind fast alle der 27 Sherpas und Nepalis, die im Rahmen eines Projektes der NepalHilfe Tirol seit Anfang Juni auf Tiroler Hütten tätig waren, in die Heimat zurückgekehrt. Mit im Gepäck haben sie viele nützliche Erfahrungen für ihre Zukunft als Hüttenwirt/in oder Trekkingguide.

26 Tiroler Alpenvereinshütten und Berggasthäuser beteiligten sich heuer wieder  am „Sherpaprojekt“, das auf Initiative des bekannten Tiroler Alpinisten Wolfgang Nairz (er war u.a. 1978 Expeditionsleiter bei der Erstbesteigung des Mount Everest ohne Sauerstoff und stand selbst als erster Österreicher am Gipfel des höchsten Berges der Welt) entstand. Aus seinem persönlichen Wunsch, für die Menschen in jenem Land, das für ihn zur zweiten Heimat wurde, etwas zu tun, wurde durch die Unterstützung der NepalHilfe Tirol und durch die teilnehmenden Hüttenwirte ein Vorzeigeprojekt in Sachen „Hilfe zur Selbsthilfe“: Den ganzen Sommer über lernten die Sherpas in Tirol alles, was für das Funktionieren einer Hütte in den Bergen nötig ist. Die beteiligten Hüttenwirt/innen versuchten den Sherpas soviel wie möglich zu vermitteln: Den Umgang mit Wasser, Strom, Wegebau, aber auch alles rund um Küche, Betreuung der Gäste bzw. Hygiene und Umweltschutz. Nach dem furchtbaren Erdbeben im Jahr 2015 in Nepal normalisiert sich die Lage sehr langsam. Gerade in dieser schweren Zeit und auch im Sommer, in der Monsunzeit, gibt es für viele aber keine Arbeit. Und somit hat das Praktikum in Tirol für die Sherpas und deren Familien noch einen „Nebeneffekt“- die Teilnehmer werden auf den Hütten und Berggasthöfen nach Kollektivvertrag entlohnt und verdienen somit über einen Sommer lang soviel, wie zum Beispiel ein Lehrer in Nepal in zwei Jahren verdient.

„Es geht nicht darum, unsere Strukturen auf Nepal zu übertragen, sondern darum, Anregungen zu geben und Kenntnisse zu vermitteln, die im Trekkingtourismus direkt umsetzbar sind“, so Wolfgang Nairz, Obmann der NepalHilfe Tirol und Initiator dieses Projekts.

Rückfrage-Hinweis:

Prof. Wolfgang Nairz Obmann/ Chairman NepalHilfe Tirol
Kaiser- Josef- Str. 3
A-6020 Innsbruck
+43664/ 3011497

nepal@hv-stanger.at alpinconsult@nairz.at www.nepalhilfe-tirol.at

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