Nepal

Nepal, das ehemalige Königreich – und die heutige Demokratische Republik Nepal gehört noch immer zu den großartigsten und faszinierendsten Ländern der Welt. Wer einmal in Nepal war – sagt man – kommt immer wieder. Jährlich ziehen unzählige Bergwanderer, Bergsteiger und Expeditionen hinaus in das Land am Himalaya, um zu trekken, den einen oder anderen Gipfel zu besteigen oder einfach Land und Leute, Kultur und Religion kennenzulernen.

Nepal gehört aber auch zu den neun ärmsten Ländern der Welt. Von den über 28 Millionen Nepalesen leben fast 40% unterhalb der Armutsgrenze, das durchschnittliche Monatseinkommen beträgt 18 Euro pro Kopf und 60 Prozent der Einwohner leben unter dem Existenzminimum. Vom Geld das die Trekker und Bergsteiger ins Land bringen, hat die Bevölkerung Nepals sehr wenig. Nur wenige profitieren vom Tourismus und haben auch – für Nepal – einen guten Lebensstandard. Aber trotzdem: Es fehlt an allem: Essen, Trinkwasser, Kleidung, Arbeit, Schulen und medizinische Versorgung.

Nicht einmal die Hälfte der Nepali hat Zugang zu sauberem Trinkwasser, tödliche Infektionskrankheiten sind die Folge. Es gibt bereits einige Institutionen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, direkt, unbürokratisch und persönlich zu helfen. Eine herausragende Persönlichkeit ist und war Sir Edmund Hillary, der mit seinem Himalayan Trust Großartiges geschaffen und das Leben der Sherpas wesentlich geprägt hat: Schulen, Krankenhäuser, Wege, Brücken, Wasserleitungen, sowie der Erhalt und die Renovierung von Kulturgütern gehen auf seine vielen Initiativen zurück.

Sir Edmund Hillary
Sir Edmund Hillary

Bevölkerung

Nepal weist eine enorme Bevölkerungszunahme auf. So ist eines der dringendsten Probleme, das rasche Bevölkerungswachstum zu reduzieren.

In Nepal leben viele unterschiedliche Menschen nebeneinander. Die Menschen unterscheiden sich aufgrund ihrer Religion, ihrer Sprache und ihrer Stellung in der Gesellschaft. Vorrangig unterscheidet man zwischen der Bevölkerung des Berglandes und des Terai. Natürlich gibt es in beiden Bereichen wieder ethnische Gruppen und Kasten.
In der Vergangenheit kam es wegen dieser Unterschiede immer wieder zu ethnischen und religiösen Konflikten, die aber aufgrund der “nepalischen Toleranz” sehr oft vertuscht wurden. Durch die zunehmende Demokratisierung versuchen die benachteiligten Gruppen mit Klagen und Forderungen ihre Rechte einzufordern. Vorwiegend wird Nepal von der höchsten Gesellschaftsschicht (Brahmanen) regiert.

Frauen haben immer noch eine untergeordnete Stellung in Nepal. Dies wird vor allem durch die negative Einstellung zum weiblichen Geschlecht der Hindus verstärkt. Langsam jedoch kommt es zu einer deutlichen Besserung der Stellung der Frau aufgrund der Zunahme der Bildung. Frauen bilden immer mehr Selbsthilfegruppen und lehnen sich gegen die Männer dominierende Welt auf.

Die Kinder haben ebenfalls, wie die Frauen, eine untergeordnete Stellung. Aufgrund der schlechten Ernährung, mangelnder Hygiene und schlechten medizinischen Betreuung während der Schwangerschaft und der Geburt, kommt es zu einer extrem hohen Kindersterblichkeit und viele Kinder kommen behindert auf die Welt. Die Kinderarbeit stellt ein zunehmendes Problem dar. Die Kinder müssen schon in jungen Jahren arbeiten, um ihre gesamte Familie zu erhalten. Vor allem Mädchen wird die wichtige Schulbildung vorenthalten.

Obwohl sich die medizinische Betreuung immer mehr verbessert, hinkt Nepal noch sehr hinter den anderen asiatischen Staaten hinterher. Neben den neuen modernen, westlichen Methoden existieren noch alte Heilungsmethoden (z. B. Schamanistische Heilungspraktiken). Eine stark verbreitet Krankheit ist Tuberkulose, Schuld daran ist unter anderem der große Konsum von Tabak.


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