Hebammen – Ausbildung

Hebammen-Ausbildung für Nepal
Von Gertrud Gabrielli – Trafojer

In Nepal gibt es zur Zeit noch keine fachkundige Ausbildung für den Hebammen-Beruf. Dies wird sich nun nach dem Abschluss des 3-jährigen Hebammen-Studiums von Ashma Shrestha und Sumitra Sonam in Innsbruck ändern. Die beiden jungen nepalesischen Krankenschwestern vom Dhulikhel Hospital kamen im Juni 2010 nach Innsbruck um in der Fachhochschule für  Gesundheitswesen das Hebammen-Studium zu absolvieren.

Am 5. Oktober 2013 erhielten sie nach Abschluss des Studiums bei der akademischen Feier im Congress Innsbruck ihre Diplome überreicht und sind somit berechtigt in ihrer Heimat junge Mädchen zu Hebammen auszubilden.

Am Anfang war es für die beiden  sehr schwer sich in der für sie komplett neuen Welt zurechtzufinden. Hier – in unserer wohlhabenden und organisierten Gesellschaft – gab es Dinge, die die Mädchen vorher noch nie gesehen und erlebt hatten.

Die größte Schwierigkeit am Anfang war natürlich die Sprache und so haben sie zuerst einmal einige Monate am BFI Deutschkurse besucht. Das Studium mit allen Prüfungen mussten sie in deutscher Sprache absolvieren – die Lehrpersonen und Mitschülerinnen waren ihnen dabei jedoch sehr behilflich.

Die Mädchen haben in diesen 3 Jahren mit unglaublich viel Fleiß und Ehrgeiz alle Prüfungen bestens bestanden – bei  Ashma fehlte lediglich 1 Punkt um das Diplom mit „sehr gut“ abschließen zu können. Sie haben in diesen Jahren  nicht nur die Schulbank gedrückt, sie mussten auch ihr Praktikum in den Kliniken in Innsbruck, Hall und Kufstein absolvieren. Aus eigenem Interesse haben sie sich noch für einen Baby-Massage-Kurs in Zürich angemeldet und diese Ausbildung über mehrere Monate an den Wochenenden gemacht.

Ashma und Sumitra haben auch in ihrer Freizeit sehr viel unternommen und gelernt. Sie haben Schifahren probiert, sind Eislaufen gegangen und haben einige Bergwanderungen unternommen – alles Dinge, die sie vorher noch nie gemacht haben. In den Sommer-Ferien haben sie in einem Seniorenheim des Innsbrucker Sozialdienstes gearbeitet um mit dem Geld einige europäische Städte zu bereisen und kennenzulernen.

Die Mädchen waren sowohl bei den Lehrpersonen als auch bei ihren Mitschülerinnen durch ihr freundliches Wesen sehr beliebt. Auch wenn sich die Mädchen nach 3 ½ Jahren sehr auf die Heimat, ihre Familien und Freunde gefreut haben, so war der Abschied von Innsbruck sehr tränenreich. Sie haben hier eine zweite Heimat mit vielen Freunden gefunden und werden vermutlich diese Jahre nie vergessen.

Das „Projekt Hebammen“ konnte die Nepalhilfe Tirol mit Unterstützung der Raiffeisen-Landesbank, der Uniqa Versicherung und auch privaten Sponsoren – wie z.B. der Familie Wegscheider aus Leutasch realisieren.