Alpintouristische Aus- und Weiterbildung für Sherpas in Tirol

von Wolfgang Nairz

Hüttenbewirtschaftung, Hygiene, Umwelt- und Naturschutz, Wegerhaltung, Küche und Service werden den Sherpas und Nepalis, die selbst in den Bergen Nepals Lodges (Hütten) bewirtschaften oder als Trekkingführer unterwegs sind, nähergebracht. Viele bürokratische Hürden stellten sich dem “Sherpa- Projekt” entgegen und nur mit tatkräftiger Hilfe von vielen Freunden konnten diese gelöst werden. Ein Dank gilt allen Hüttenwirten/innen die viel dazu beigetragen haben, dass “unsere” Sherpas nicht nur viel lernen konnten, sondern auch eine gute, fundierte Ausbildung mit nach Hause nahmen – neben dem ausbezahlten Gehalt – was in Zeiten der Arbeitslosigkeit in Nepal für viele die einzige Einnahmequelle ist und ihnen und den Familien hilft in schweren Zeiten zu überleben!

Dieses Projekt hat inzwischen einen enormen Stellenwert erhalten. 2009 hat es über 400 Anfragen – sowohl von Sherpas, vor allem aber von Trekkern aus ganz Europa und auch von Hüttenwirten/innen gegeben.

In ausgezeichneter Zusammenarbeit mit dem AMS Tirol konnte das Projekt weitergeführt werden. Zahlreiche Medien berichteten über dieses Projekt – an erster Stelle ist dabei die Tiroler Krone zu nennen, neben Kurier, Tiroler Tageszeitung, Land der Berge, Alpin, Der Bergsteiger und viele andere. Auch im Fernsehen wurde viel darüber berichtet ORF Tirol mit mehreren Beiträgen,

ORF Thema, Servus TV, mehrere ausländische TV- Anstalten – unter anderem das BBC, ZDF und andere.

Folgende Hütten waren und sind Partner der NepalHilfe Tirol:

  • Erzherzog Johann Hütte
  • Franz Senn Hütte
  • Solstein Haus
  • Alpengasthaus Gramai
  • Barmer Hütte
  • Sulzenauhütte
  • Kaunergrat Hütte
  • Vorderkaiserfelden Hütte
  • Neue Pforzheimer Hütte
  • Kellerjoch Hütte
  • Höttinger Alm
  • Muttekopfhütte
  • Rauth-Hütte
  • Anhalter Hütte
  • Landsberger Hütte
  • Lizumer Hütte
  • Glungezer Hütte
  • Innsbrucker Hütte
  • AV-Sektion Innsbruck
  • Taschachhaus
  • Halleranger Haus
  • Lamsenjoch Hütte
  • Nördlinger Hütte
  • Falken Hütte
  • Karlsbader Hütte
  • Lienzer Hütte
  • Alpengasthaus Hanneburger
  • Weidener Hütte
  • Binsalm

Nochmals herzlichen Dank an alle!

Nepal Eye Care Project

Ein Kooperationsprojekt der NEPAL HILFE TIROL – SEHEN OHNE GRENZEN – ROTARY CLUB LINZ – URFAHR u. ROTARY CLUB INNSBRUCK – GOLDENES DACHL und der ROTARY INT. FOUNDATION (TRF)

Von Prim. Dr. Markus Grasl, Vorstand der Augenabteilung am LKH Bruck / Mur Obmann des Vereins SEHEN OHNE GRENZEN (2008 – 2013).

Seit 2008 wurden im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts bis dato 6 sehr erfolgreiche Eye Camps in 3 verschiedenen Spitälern Nepals durchgeführt.

Dhulikhel Hospital ( 2 )
Lukla Hospital ( 2 )
Kunde Hillary Hospital ( 2 )
In Summe wurden über 300 Operationen ( v.a. gegen den Grauen Star und kleinere Operationen an den Augenlidern, und Bindehaut ) durchgeführt; rund 1000 Patienten wurden ambulant voruntersucht, konservativ behandelt oder für eine Operation ausgewählt.

Die Finanzierung der Eye – Camps, Teile der operativ – technische Ausstattung und Ausbildung einheimischer ÄrztInnen und OP Schwestern wurden durch Geld- und Sachspenden der beiden österreichischen Rotary Clubs, der Nepal Hilfe Tirol und des Vereins “Sehen ohne Grenzen” ermöglicht.

Seit 2008 besteht nun eine regelmäßige augenärztliche Versorgung auf höchstem Niveau in der Region Solu Khumbu mit einem Einzugsgebiet von rund 30.000 Sherpa, Nepalesen und Tibetern.

Seit 2008 mit dem Start des NEPAL EYE CARE PROJECT flossen bedeutende Mittel einerseits direkt als Rotary Beitrag des RC Linz – Urfahr und des RC-Innsbruck – Goldenes Dachl, andererseits durch die Rotary International Foundation und seit 2008 der Nepal Hilfe Tirol.

Mit den Spendengeldern werden mikrochirurgische Augeninstrumente, hochspezialisierte Geräte (u.a. Autoclaven, OP-Mikroskope, Biometrie, Perimeter, Autorefraktometer etc. ) sowie das gesamte Verbrauchsmaterial, vom Nähfaden über Einmalspritzen bis zu den Abdecktücher.

Dank der NepalHilfe Tirol konnte ein ganz bedeutender Baustein in der apparativen Ausstattung, nämlich das Autorefraktometer im Wert von über € 10.000,00 in den letzten Wochen finanziert werden.

Mit dieser Hilfe zur Selbsthilfe wird ein Meilenstein der augenärztlichen Versorgung in dieser extrem entlegenen Region in Nepal erreicht. Die betroffenen Menschen hätten sonst keine Chance, eine präzise Vermessung ihrer Sehkraft und damit optimale Korrektur einer Fehlsichtigkeit zu erreichen.

School Health Camps

Ein Projekt von 2 jungen Ärztinnen Dr. Katrin Zangerl und Dr. Nina Gründlinger.

Sehr engagiert werden von den beiden Ärztinnen Schulkinder aus 32 verschiedenen Schulen im Alter von 6 – 18 Jahren über Krankheitsprävention, distriktspezifischer Problemkreise (richtiges Zähneputzen, Körperhygiene, HIV/AIDS, Infektionsprophylaxe) und mehr unterrichtet und erhalten im Rahmen dieses Projektes sowohl theoretische Kenntnisse wie auch medizinische Betreuung im Rahmen von Gesundenuntersuchungen inklusive Therapie vor Ort (bei Bedarf). An jeweils 7 aufeinanderfolgenden Tagen wurden dreimalig in den letzten zwei Jahren die „Behandlungszelte“ für insgesamt 6027 Kinder geöffnet. Mit große Engagement und Wissensdurst nahmen die Kinder an diesen „Camps“ teil.

Ein Großteil von ihnen (59%) benötigte Medizinische Hilfe vor Ort, 1% der Kinder musste aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung nach Kathmandu ins „Kanti Children Hospital” transferiert werden, wo sie sofortige medizinische Behandlung als auch Nachbetreuung erfahren haben

Projekt Tashi

Lebensrettende Operation in Österreich unter Mithilfe von Prof. Anderl, der Privatklinik Triumphpforte, Lauda-Air, Tyrolean Airways, Club 41 Innsbruck/Hall und vielen Freunden, Gönnern und Mitglieder der NepalHilfe Tirol.

Hebammen – Ausbildung

Hebammen-Ausbildung für Nepal
Von Gertrud Gabrielli – Trafojer

In Nepal gibt es zur Zeit noch keine fachkundige Ausbildung für den Hebammen-Beruf. Dies wird sich nun nach dem Abschluss des 3-jährigen Hebammen-Studiums von Ashma Shrestha und Sumitra Sonam in Innsbruck ändern. Die beiden jungen nepalesischen Krankenschwestern vom Dhulikhel Hospital kamen im Juni 2010 nach Innsbruck um in der Fachhochschule für  Gesundheitswesen das Hebammen-Studium zu absolvieren.

Am 5. Oktober 2013 erhielten sie nach Abschluss des Studiums bei der akademischen Feier im Congress Innsbruck ihre Diplome überreicht und sind somit berechtigt in ihrer Heimat junge Mädchen zu Hebammen auszubilden.

Am Anfang war es für die beiden  sehr schwer sich in der für sie komplett neuen Welt zurechtzufinden. Hier – in unserer wohlhabenden und organisierten Gesellschaft – gab es Dinge, die die Mädchen vorher noch nie gesehen und erlebt hatten.

Die größte Schwierigkeit am Anfang war natürlich die Sprache und so haben sie zuerst einmal einige Monate am BFI Deutschkurse besucht. Das Studium mit allen Prüfungen mussten sie in deutscher Sprache absolvieren – die Lehrpersonen und Mitschülerinnen waren ihnen dabei jedoch sehr behilflich.

Die Mädchen haben in diesen 3 Jahren mit unglaublich viel Fleiß und Ehrgeiz alle Prüfungen bestens bestanden – bei  Ashma fehlte lediglich 1 Punkt um das Diplom mit „sehr gut“ abschließen zu können. Sie haben in diesen Jahren  nicht nur die Schulbank gedrückt, sie mussten auch ihr Praktikum in den Kliniken in Innsbruck, Hall und Kufstein absolvieren. Aus eigenem Interesse haben sie sich noch für einen Baby-Massage-Kurs in Zürich angemeldet und diese Ausbildung über mehrere Monate an den Wochenenden gemacht.

Ashma und Sumitra haben auch in ihrer Freizeit sehr viel unternommen und gelernt. Sie haben Schifahren probiert, sind Eislaufen gegangen und haben einige Bergwanderungen unternommen – alles Dinge, die sie vorher noch nie gemacht haben. In den Sommer-Ferien haben sie in einem Seniorenheim des Innsbrucker Sozialdienstes gearbeitet um mit dem Geld einige europäische Städte zu bereisen und kennenzulernen.

Die Mädchen waren sowohl bei den Lehrpersonen als auch bei ihren Mitschülerinnen durch ihr freundliches Wesen sehr beliebt. Auch wenn sich die Mädchen nach 3 ½ Jahren sehr auf die Heimat, ihre Familien und Freunde gefreut haben, so war der Abschied von Innsbruck sehr tränenreich. Sie haben hier eine zweite Heimat mit vielen Freunden gefunden und werden vermutlich diese Jahre nie vergessen.

Das „Projekt Hebammen“ konnte die Nepalhilfe Tirol mit Unterstützung der Raiffeisen-Landesbank, der Uniqa Versicherung und auch privaten Sponsoren – wie z.B. der Familie Wegscheider aus Leutasch realisieren.