Wärme für Nepal kommt aus Tirol – Tiroler Krone

In der Tiroler Kronenzeitung wurde folgender Artikel abgedruckt.

Wärme für Nepal kommt aus Tirol

Nepali lernt in Tirol die Kunst des Ofenbaus – Tests in 3500 Meter Höhe

Einen besonderen „Lehrling“ gibt es derzeit im Wifi in Innsbruck: Tek Bahadur Shresta (45) aus Nepal wird in die Kunst des Ofenbaus eingeweiht. Es ist dies ein Projekt der Nepal-Hilfe Tirol mit seinem unermüdlichen Motor Wolfgang Nairz. Die Wärme aus Yakmist, die bisher rasch verpuffte, soll so gespeichert werden.

Die Idee, Wärme für Nepal sozusagen aus Tirol zu liefern, kam Nairz – der mit dem Imster Dieter Lhota eine Trekking-Tour durch das Land der Sherpa machte – in Nepal in einer Lodge. „Der Ofen, der hauptsächlich mit Yakmist und dem noch viel kostbareren Holz geheizt wurde, war zwar im Nu heiß und das Ofenrohr glühte, aber schon wenig später war die Wärme verpufft, sozusagen beim Ofenrohr hinaus.“ Lhota nahm Maß bei den Öfen in Nepal und baute sie in Imst originalgetreu nach. Es wurde sogar Kuhmist gesammelt, getrocknet und verheizt.

Mit Wärmebildkameras wurde untersucht und aus diesen Erkenntnissen ein neuer Ofen für Nepal entwickelt. Das daraus entstandene Modell wurde für Versuche bis auf den Pitztaler Gletscher in 3500 Meter Seehöhe transportiert – in eine Höhe, in der die meisten Lodges in Nepal liegen. Das Ergebnis darf als schlichtweg sensationell bezeichnet werden: Der Tiroler Ofen benötigt nicht nur um rund 50 Prozent weniger Brennmaterial, sondern er speichert die Wärme für rund fünf bis sechs Stunden!

Nairz holte nun den Nepali Tek Bahadur Shresta, einen gelernten Schlosser, nach Tirol. Hier wird er im Wifi in die Kunst des Ofenbaus eingeweiht und soll mit einem Wissen bestehende Wärmespender in Nepal mit dem dort vorhandenen Material umbauen. Fünf Wochen dauerte der Intensivkurs, am Wochenende fährt der Schlosser heim – und bringt Wärme aus Tirol mit!“

VON GÜNTHER KRAUTHACKL

Wärme für Nepal – Tiroler Krone